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Die
Plattwespen, die wahrscheinlich als Schwestergruppe der Goldwespen (Chrysididae)
anzusehen sind, sind weltweit mit über 2200 beschriebenen Arten verbreitet.
Aus Deutschland sind bisher 41 Arten bekannt geworden. Der häufig verlängerte
und abgeflachte Kopf hat dem Taxon seinen deutschen Namen eingebracht.
Während die Männchen fast immer geflügelt sind, gibt es bei den Weibchen
neben geflügelten und flügellosen Arten auch Formen mit reduzierten
Flügeln. Die mitteleuropäischen Arten messen nur wenige Millimeter.
Plattwespenlarven
leben ektoparasitisch an versteckten Entwicklungsstadien von Käfer-
und Schmetterlingslarven. Manche Arten parasitieren auch Ameisen. Eine
Reihe von Arten leben in synanthropen Bereichen wie Lagerhäusern und
Vorratsspeichern. Hier werden Käferlarven bekannter Schädlinge wie Mehlkäfer
oder Museumskäfer parasitiert. Die oftmals viel größeren Wirtslarven
werden von den Weibchen mit mehreren Stichen paralysiert oder getötet
(Stiche der Plattwespenweibchen können selbst für den Menschen schmerzhaft
sein !). Freiliegende Larven werden in ein Versteck gebracht und dort
mit Eiern belegt. Die Larvalentwicklung erfolgt ektoparasitisch, die
Wirtslarve wird also von außen her aufgefressen. Weibchen mancher Arten
betreiben Brutpflege indem sie die Eier und Larven bewachen und belecken.
Dies geschieht offenbar um konkurrierende Parasitoide, Hyperparasiten
und Pilzbefall abzuwehren. Nach der 2-3 Wochen dauernden Larvalphase
verpuppen sich die Individuen. Die Überwinterung kann im Kokon oder
als adultes Tier erfolgen. Bei subsozial lebenden Arten werden die Weibchen
noch vor ihrem Schlupf in ihrem Kokon von protandrischen Männchen begattet
(Protandrie bedeutet, dass die Männchen vor den Weibchen "heranreifen"
und deshalb früher schlüpfen). Wie alle Stechimmen sind auch die Plattwespen
haplodiploidid. Aus unbefruchteten Eiern schlüpfen Männchen, die mit
einem halpoiden Chromosomensatz ausgestattet sind. Aus befruchteten
Eiern schlüpfen die diploiden Weibchen. Unbegattete Weibchen können
also haploide Eier an einem Wirt legen und dort auf das schlüpfende
Männchen warten, um sich von ihm begatten zu lassen.
Adulte
Bethyliden können von April bis Oktober angetroffen werden, die Hauptflugzeit
der meisten Arten scheint jedoch im Hochsommer zu liegen.
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